Titelbild
i Login
anonym
Druckansicht Hilfe
Icon
Login
Icon
Start
Icon
Verlage
Icon
Texte
Icon
Bände
Icon
Reihen
Icon
Extras
Forum
Forum
Icon
Gästebuch
Wiki
Wiki
Impressum
Impressum
Logo Karl-May-Verein
< zurück zum Band

Band-Rezensionen

Band: KRÜGER BEI [SATAN UND ISCHARIOT II. BAND]

Verlag: Karl-May-Verlag Bamberg · Radebeul
Reihe: KARL MAY's GESAMMELTE WERKE

Eintrag von Rüdiger (vom 13.10.2006) (weitere Einträge von Rüdiger)

„Über das allmähliche Verfertigen der Gedanken beim Reden“ heißt ein bekannter Text Heinrich von Kleists, und genau so, wie dessen Titel es erklärt, hat Karl May oft geschrieben, g'schlampert-frisch von der Leber weg, ohne es nachträglich etwa abzuändern. Und es macht Spaß, ihm dabei, sozusagen, zuzuhören.

„ich konnte den Hintergrund der Höhle untersuchen oder vielmehr besichtigen, da das Hinabblicken in einen Abgrund keine Untersuchung ist“ lautet so ein typischer Satz, wo der Schreibende sich praktisch selber mitten im Satz korrigiert, das Ganze aber dann so stehen lässt. Um anschließend, den gerade neu aufgenommenen Gedanken vertiefend bzw. wiederaufgreifend, fortzufahren: „Ein Abgrund war es allerdings“.

Die Bamberger Ausgabe schleift solche netten Schrullitäten weg, dort heißt es lediglich „Ich konnte nun den Hintergrund der Höhle besichtigen. Er bildete einen Abgrund“. Und in dem sind auch gleich Wortwitz und Originalität verschwunden.

*

Kurz darauf belauscht Old Shatterhand eine Unterredung jener Judith Silberstein mit einem ihrer an Zahl nicht geringen Verehrer. Daß dieser ein Indianer ist, erhöht ein wenig die Schwierigkeit der Kommunikation, aber ich fresse einen Besen, wenn der Autor bei der folgenden Bemerkung nicht auch an eigene zu einer gewissen Tragikomik neigende Kommunikationserlebnisse der besonderen Art gedacht hat:

„konnten sie grammatikalisch einander das nicht sagen, was sie sagen wollten; aber sie verstanden einander doch, wenn es auch hier und da ein Missverständnis gab, über welches man hätte aufschreien mögen.“ Das ist, um Herrn von Bülow zu zitieren, durchaus fein beobachtet.

In der Bamberger Fassung wird aus dem durchaus angemessenen „aufschreien“ ein „auflachen“, das ist ein bisschen harmloser und gefälliger, aber auch banaler, und eben nicht das, was, ein Dimensiönchen tiefer, gemeint war.

Vergleichbare Beispiele findet man praktisch auf jeder Seite. Ich mag sie jedenfalls manchmal nicht mehr lesen, diese charme- und verständnisfreien Bearbeitungen. Bei den Bänden 20-22 ist es offenbar wirklich besonders schlimm.



Rezension schreiben bzw. bearbeiten
 
Auflage: 1043
Auflage: 1042
Auflagen: 1042, 1039
Auflagen: 1036, 1033
Auflagen: 1023, 1011, 982, 972, 964, 851, 808, 753, 703, 653, 588, 482, 447, 407, 342, 327
Auflagen: 407, 342, 327